Historische Fallstudie · Konfigurator
Ein individueller Fahrradkonfigurator mit echter Komponentenlogik.
Für Velofaktum entstand eine datenbankgestützte Webanwendung, in der Kundinnen und Kunden ihr Fahrrad zu Hause individuell zusammenstellen konnten. Haase Media und Grafikladen entwickelten die Konzeption gemeinsam; Grafikladen verantwortete die grafische Gestaltung, Haase Media die technische Entwicklung. Der Konfigurator wurde zu einem entscheidenden Marketinginstrument für die Fachwerkstatt.
- Projekt
- Velofaktum-Konfigurator
- Zeitraum
- Ausbau 2015–2018
- System
- Individuelle Webanwendung
- Konzeption
- Haase Media · Grafikladen
- Gestaltung
- Grafikladen
- Bedeutung
- Marketing und Beratung
- Status
- Historisch · nicht mehr online
Ausgangslage
Ein Fahrrad besteht nicht aus unabhängig wählbaren Optionen.
Modelle, Rahmen, Gruppen, Gabeln, Lenker, Farben und weitere Bauteile sind technisch voneinander abhängig. Nicht jede Komponente passt zu jedem Modell, und einzelne Entscheidungen verändern Preis, Gewicht und die folgenden Auswahlmöglichkeiten.
Der Konfigurator sollte diese Fachlogik für Interessenten verständlich machen und zugleich für Velofaktum im Backend pflegbar bleiben.
Marketing und Vertrieb
Online konfigurieren und trotzdem Kunde einer Fachwerkstatt werden.
Velofaktum fertigte individuelle Fahrräder in einer Fachwerkstatt im ländlichen Raum bei Chemnitz. Der Konfigurator machte dieses spezialisierte Angebot unabhängig vom Standort früh im Entscheidungsprozess zugänglich.
Interessenten konnten ihr Rad in Ruhe zu Hause zusammenstellen, Varianten vergleichen und mit einer konkreten Konfiguration in die persönliche Beratung gehen. Diese Verbindung aus digitaler Individualisierung und realer Werkstattkompetenz war ein entscheidendes Marketinginstrument und für Kunden ein wichtiger Grund, sich für Velofaktum zu entscheiden.
Berechnungslogik
Preis, Gewicht und StVZO-Regeln wurden während der Auswahl neu berechnet.
Die Anwendung verknüpfte Modelle mit den jeweils zulässigen Komponenten. Gewichte wurden auf Bauteilebene geführt und zur Gesamtkonfiguration addiert. Auch Varianten wie flache Lenker oder unterschiedliche Federgabeln flossen in Darstellung und Berechnung ein.
Besondere Anforderungen der StVZO benötigten eigene Preis- und Gewichtslogik. Damit war die Auswahl nicht nur eine visuelle Liste, sondern ein regelbasiertes Produktsystem.
Backend und Pflege
Neue Modelle und Komponenten mussten ohne Programmierung verwaltbar sein.
Eine eigene Verwaltungsoberfläche erlaubte die Pflege von Modellen, Basisangaben, Farben, Rahmenhöhen, Komponenten und Zuordnungen. Für eine größere Ausbaustufe wurde mit einer gespiegelten Datenbank gearbeitet, damit Änderungen unabhängig vom laufenden System getestet werden konnten.
Bauteilbilder wurden als Overlays in der Konfiguration verwendet. Fehlerlisten und Tests mit realen Modellkombinationen begleiteten die Weiterentwicklung.
Anfrage und PDF
Aus der Auswahl entstand ein verwertbares Konfigurationsergebnis.
Konfigurationen konnten gespeichert und als Anfrage übermittelt werden. Eine dynamisch erzeugte PDF fasste das individuell zusammengestellte Fahrrad zusammen und war direkt aus Anfrage und Ergebnisansicht erreichbar.
Das historische Projekt belegt individuelle Anwendungsentwicklung an der Schnittstelle von Produktwissen, Datenmodell, Berechnung, Nutzerführung und Dokumenterzeugung.
Einordnung
Der Konfigurator machte Werkstattkompetenz schon zu Hause erlebbar.
Seine Wirkung entstand aus dem Zusammenspiel von Marketing, Produktverständnis und belastbarer Technik: Kunden konnten individuell planen und blieben zugleich an Beratung, Fertigung und Service einer realen Fachwerkstatt angebunden.
Planen Sie einen Konfigurator oder ein individuelles Websystem?
Wir übersetzen Produktwissen, Abhängigkeiten und Ausgabeprozesse in ein prüfbares technisches Modell.